Massenhypnose

Kürzlich dachte ich: „Mensch Leute, lasst doch mal die Drogen weg.“ Dass man sich nach der Arbeit ein laufwarmes Kräutergetränk genehmigt und zur Entspannung seine Katze füttert oder Mandalas ausmalt – von mir aus. Aber am hellichten Tage wie in Hypnose ungenaues Zeug blubbern, geht mir an die Nerven...

Ich finde, wir sollten es nicht übertreiben mit dem Nicht-Übertreiben. Denn sonst untertreiben wir uns selbst. Also ruhig mal einen doppelten Espresso trinken und das Jammern & Meckern aufhören. Kamillentee ist nur was für die Füße. Wer hat denn jemals behauptet, dass Komfortzonen bequem sind. Kann ja auch nicht, denn um sie herum kommt gleich der Abgrund. Das ist der Preis. Wird ja keiner dazu gezwungen, das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Wenn der Schalter nicht umgelegt wird, kann keine Energie fließen. Und zwischen „an“ und „aus“ gibt es keine Balance. Aus!

Balance ist kein Zustand. Balance ist abwechselnd „an“ ODER „aus“. Nicht zu verwechseln mit „an“ UND „aus“ wie bei der Dämmerung, Hypnose oder beim Fahren mit angezogener Handbremse.

Heute wieder alles richtig gemacht? Das ist der größter Fehler der Kontrollfreaks: Direktflug, das letzte Bier war nicht schlecht, alles anbrennen lassen und am Morgen den faden Geschmack mit einem halben Glas Milch löschen, nachdem das Buffet durch den Kakao gezogen wurde.

Mancher wünscht sich zurück in Muttis Bauch, weil ihm die Welt zu gefährlich erscheint. Wer die Kuh nicht mehr rumgehoben kriegt, verliert den Glauben an die eigenen Kräfte und hängt an der Nabelschnur der Bequemlichkeit. Das ist nicht mehr zu toppen, weil es das Ende ist. Ich atme erst ein und dann wieder aus und halte meine Augen weiterhin ganz weit auf.

Guten Urlaub! Gute Besserung!


Das Wort „Massenhypnose“ habe ich aus dem Buch: „Das Geheimnis der erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeit“ von Meinolph Engels