Irgendwas mit Social Media…

Immer wieder fragen mich Unternehmer: „Sollten wir nicht irgendwas mit Social Media machen?“ Zuerst einmal die Frage: Wie kommen sie auf mich? – Das liegt daran, dass ich für viele meiner Kolleginnen und Kollegen die „Onlinerin“ bin und daher werden solche Fragen gerne an mich weitergeleitet. Das ist auch völlig in Ordnung so, und ich helfe gerne. Nur leider ist diese „Irgendwas mit Social Media“-Frage nicht mal eben zu beantworten.

Kürzlich wollte ein Geschäftsführer wissen, ob ich Social Media „atme“. Diese Frage habe ich mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Ich bewahre mir einen gesunden Abstand. Daher bleibt es erst mal beim „Social-Media-Büdchen“ by BONNINSKI und im Hauptberuf beim Texten. Doch was wäre Social Media ohne Inhalte? Und da wären wir schon beim Thema.

Loch in der Wand, aber nichts zum Aufhängen?
Wer geht in den Baumarkt, kauft sich eine Bohrmaschine und weiß anschließend nicht, was er damit anfangen soll? Aber so ähnlich ist es mit manchen Unternehmen und dem Thema Social Media. Die Werkzeuge (Facebook, Twitter, Google+ & Co.) sind da, nur wurden sie bisher nicht vermisst. Aber da viele irgendwie drin sind und irgendwie mitmachen, hat man als Unternehmer Angst, etwas zu verpassen. Aber ich meine, dass Social Media von Inhalten lebt. Die Kanäle sind nur die Werkzeuge, die je nach Bedarf sorgfältig ausgewählt werden sollten. Ein Maler streicht Tapeten normalerweise auch nicht mit einem Spachtel!

Ich mag Menschen, auch wenn es nicht immer einfach ist.
Die erste Prämisse für Social Media: Ich mag Menschen. Zweite Prämisse: Ich gebe gerne. Dritte Prämisse: Ich habe Inhalte. „Mehr für die Welt tun, als die Welt für einen tut – das ist Erfolg“, soll ein berühmter Unternehmer aus der Automobilbranche mal gesagt haben. Diese Einstellung passt zur Philosophie der sozialen Netzwerke. Neben der Inhaltsebene gibt es also noch die Mehrwertebene. Und es gibt die Beziehungsebene. Und da wir es auch digital am Ende der Leitung mit Menschen zu tun haben, ist diese letzte Ebene nicht immer ganz einfach.

Von nix kütt nix.
Ich will nicht Wasser auf die Mühlen derjenigen kippen, die meinen, dass das da im Netz nur was für Leute ist, die zu viel Zeit und keine richtigen Freunde haben. Wer heute noch erzählt, dass man sich auf Facebook & Twitter schreibt, wann man aufs Klo geht, hat keine Ahnung oder die falschen Freunde – Ende der Diskussion.
Eine Studie des US-Sozialforschungsministeriums PEW aus dem Jahre 2010 hat gezeigt, dass 80 Prozent der US-Web-Nutzer sich ehrenamtlich engagieren, aber nur 56 Prozent der Web-Abstinenzler. Für mich heißt das, wer online aktiv und interessiert ist, ist auch offline engagiert. Wer sich für nix interessiert... „Von nix kütt nix“, weiß der Rheinländer.
Trotzdem gebe ich zu, dass es noch eine vierte Ebene gibt, die Nerv-Ebene. Menschen deuten Details aus ihrem Privatleben an, die mich wirklich nicht interessieren. Es gibt Weltverbesser-Besserwisser. Wer kryptisches Zeug twittert, will nicht von allen verstanden werden. Warum bleibt ihr dann nicht unter euch?

Spielwiesen kosten Zeit & Geld.
Es gilt, alle Seiten abzuwägen und sich im Vorfeld nicht nur Gedanken zu machen, sondern systematisch Graf Zahl, Gräfin Studie und Grafschaft Erfahrung zu konsultieren. Normalerweise halte ich viel von der Einstellung „Machen macht am meisten Spaß“, aber damit Unternehmen nicht unnötig Geld im Netz verheizen, lohnt es, sich Zeit zu nehmen.
Am besten die ersten Schritte in die sozialen Netzwerke unter privater Flagge unternehmen. Gucken, zuhören, mitmachen, wirken lassen, im Tagesgeschäft im Hinterkopf behalten, Ideen kommen lassen. Wenn eine Idee oder ein Eindruck länger als drei Tage hält, ernst nehmen und umsetzen oder Konsequenzen daraus ziehen. Wer es zu ehrgeizig angeht, verliert schnell die Lust. Ansonsten gilt dieselbe Regel wie im „wahren Leben“: Sauber bleiben!